Digitale Korrektur in einem Textdokument: z.B. Nutzen der Nachverfolgung und Kommentarfunktion in Microsoft Word 

Analoge Korrektur mit dem Rotstift

Korrektur auf dem Tablet mit Stylus:

Unabhängig davon, ob Feedback analog, digital oder hybrid erfolgte,  haben Sie es bestimmt auch schon erlebt, dass sie trotz aufwändiger Korrektur von Schülerarbeiten keine echten Lernfortschritte bei manchen Lernenden sehen können. Ich habe mich gefragt: Was können wir tun, dass Lernende aus den korrigierten Hausaufgaben oder Klassenarbeiten mehr mitnehmen? 

Im Folgenden finden Sie meinen Erstversuch eines Feedbackvideos und meine konzeptionellen Überlegungen im Nachgang. 

Mein allererstes Feedbackvideo / Best-Practice 11. Klasse Englisch:

Um meinen Englischoberstufenkurs auf den argumentativen Aufsatz in der Klausur vorzubereiten, gab ich mehrere Übungsaufsätze auf und erstellte oben gezeigte klassische Korrekturen mit Positivkorrekturen und Tipps zur Verbesserung.

In den individuellen Schülergesprächen stellte sich jedoch heraus, dass einige Dinge trotz meiner ausführlichen Anmerkungen für die Lernenden unklar blieben oder sie  teilweise nicht wussten, wie sie den Aufsatz nun gewinnbringend verbessern können. So entstand mein erstes Feedbackvideo (s. rechts). 

Dauer des Videos: ca. 7 Minuten

Argumente für und gegen Feedbackvideos

https://pxhere.com/de/photo/1188988

Ich lies den Lernenden ähnliche Feedbackvideos zu Ihrem Aufsatz zukommen und bat um ihre Rückmeldung zu dieser Form des Feedbacks. 

  • Das Videofeedback ist viel ausführlicher und damit hilfreicher als die schriftliche Korrektur. 
  • Randnotizen / Sprachkorrekturen wurden zusätzlich erläutert. Viele Lernende gaben an, dass die Korrekturzeichen und die Positivkorrektur ihnen häufig wenig weiterhalfen. 
  • Das metasprachliche Feedback wurde in den Rückmeldungen der SchülerInnen sehr geschätzt und als persönlich empfunden: „Ich habe nun verstanden, warum das eigentlich falsch ist.“ / „Ich weiß jetzt, wie ich die Fehler in Zukunft vermeiden kann.“
  • Folgende Rückmeldung kam immer wieder: „Das Feedbackvideo hat mich echt motiviert zur Korrektur.“

Aus Lehrersicht sah ich weitere Vorteile aber auch Probleme: 

  • Feedbackvideos erlauben es interaktive Aufgaben einzubauen: Ich kann die Lerner zur Selbstkorrektur bestimmter Passagen anregen und Zwischen- oder Anschlussaufgaben stellen. 
  • In einem Feedbackvideo bleibt viel mehr Raum für positive Wertschätzung, Lob und Motivation durch meine Hinweise auf gelungene Wendungen und Strukturen. Im schriftlichen Feedback kommt dies häufig zu kurz. 
  • Die Tatsache, dass die Lernenden mehr mitgenommen haben aus meiner Korrektur war auch für mich befriedigend, da die Korrekturarbeit nicht wie so oft „verpuffte“. 

Aus Lehrersicht sah ich weitere Vorteile aber auch Probleme: 

  • Die ausführliche schriftliche Korrektur und die Erstellung des Feedbackvideos waren in der Summe zu aufwendig. Einen solchen Korrekturaufwand kann ich dauerhaft leisten. 
  • Für jüngere Jahrgangsstufen stellt sich die Sprachfrage: Sollte das Feedbackvideo in der lieber in der Muttersprache vertont werden, um das Verständnis zu garantieren? 
  • Mit Worturteilen wie „excellent / good / satisfactory“ sollte man wohl vorsichtig umgehen, da sie bereits eine Gesamtnote sugggerieren. 

Mein goldener Mittelweg

Auf einen Blick ist das Ergebnis eindeutig. Es spricht sehr viel für den Einsatz von Feedbackvideos im Unterricht. Mein erstes Feedbackvideo war aber mit sieben Minuten zu lang, außerdem brauchte ich für die schriftliche und audiovisuelle Korrektur fast doppelt soviel Korrekturzeit. 

Um den Nutzen und den Zeitaufwand in einem sinnvollen Rahmen zu halten, begann ich für mich einen sinnvollen Mittelweg zu entwickeln: 

  • Nicht jede korrigierte Schülerarbeit kann mit einem Feedbackvideo aufgewertet werden. 
  • Bei einem Feedbackvideo können die schriftlichen Anmerkungen (Röteln) minimiert werden, da sie in der Vertonung ohnehin erläutert werden. So werden der zusätzliche Zeitaufwand des Drehs und die Zeitersparnis durch geringere schriftliche Anmerkungen in etwa ausgeglichen. 

Klassische Korrektur

Anmerkungen fürs Feedbackvideo
analog: mit dem Rotstift
digital: mit dem Stylus

Sechs Wege digital gestützt Feedback zu geben

Mittlerweile habe ich mein digital gestütztes Feedback stark weiterentwickelt und ich freue mich, Ihnen sechs erprobte Wege digital gestützten Feedbacks an die Lernenden vorzustellen. 

© Verena Plomer, erstellt mit dem Tool Diagrams.net

Eine Übersicht über alle Methoden finden Sie hier →. 

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