Ausgangslage:

Die Grundlagen für die Literaturanalyse hatte ich bereits in der Q11 gelegt. Mein Ziel war es nun, im Unterricht einen Rahmen für eine vertiefte Auseinandersetzung zu schaffen und mit den Lernenden in einen echten Dialog über Roman und Gesellschaft zu kommen. Für diese Ziele kann ich Ihnen die Methode der Book clubs wärmsten empfehlen. Erprobt und ausgearbeitet habe ich die Methode mit dem Oberstufenroman The Handmaid’s Tale.

Was sind Bookclubs / Lesezirkel?

Book clubs sind Lesezirkel, in denen die SchülerInnen sich über den Lesestoff diskutieren und Gedanken und Gefühle austauschen, unverstandene Passagen klären und unterschiedliche Interpretationen und Meinungen verbalisieren.

 

Das Besondere an meiner Art der Durchführung:

Die Besonderheit ist, dass es pro Club sechs rotierende Rollen mit speziellen Aufträgen zur Vorbereitung der jeweiligen sessions gibt. So ist gewährleistet, dass alle Lernenden unter unterschiedlichen Gesichtspunkten Teile des Romans lesen. Diese Variante hat sich selbst für schwächere Lernende als sehr motivierend erwiesen.

Die sechs von mir entwickelten Rollen schulen  Kernkompetenzen des intensiven Lesens und fördern eine subjektorientierte Auseinandersetzung mit der Romanvorlage. Im Teacher’s Guide finden Sie kopierfähige Rollenkarten mit Hinweisen für die Schüler und sprachlichen Hilfen sowie ausführliche Hinweise zur Durchführung der Book clubs als Lehrkraft. 

Überblick über die Rollenkarten und ihre Zielsetzungen:

Plomer, Verena, Teacher's Guide, The Handmaid's Tale, Stuttgart: Ernst Klett Sprachen, 2020, S. 9.

Argumente für den Einsatz von Book clubs im Unterricht:

Bieten Sie Ihren Lernenden einen individualisierten Zugang zur Lektüre: In book clubs setzen sie sich intensiv  persönlich mit dem Romaninhalt auseinander.

Ihre Lernenden arbeiten kooperativ und in festen Teams. Dabei ist jede Rolle im Lesezirkel  wichtig für den Gruppenerfolg.

Bringen Sie alle Ihre Lernenden zum Sprechen und Diskutieren. Triggern Sie weitere Diskussionen mit reading prompt cards.

Bieten Sie Raum für natürliche Interaktion in der Fremdsprache und fördern Sie auch non-verbale Kommunikationstechniken wie aktives Zuhören und Empathie.

Begleiten Sie Ihre Book clubs mit Lesetagebüchern!

Während der gesamten Einheit führen die Lernenden ein reading journal (ob das ein gesonderter Teil im Ordner, ein eigenes Heft oder Schnellhefter ist, sei den Lernenden selbst überlassen). Dieses spielt insbesondere in der book club Phase eine wichtige Rolle, da die Lernenden hier ihre Notizen zur Erfüllung der Rollenvorgabe notieren und Gruppenergebnisse aus den book club sessions sammeln.

 Was halten SchülerInnen von der Methode?

Nach der Erprobung der Methode mit meiner Q12 meldeten die SchülerInnen mir folgendes zurück:

  •          Die Dynamik der Gruppe und das Diskutieren hat ihnen Spaß gemacht.
  •          Sie fühlten sich ernstgenommen und erfuhren Wertschätzung für ihre Interpretationen und Meinungen.
  •          Sie gaben an, sich viel intensiver mit der Lektüre auseinandergesetzt zu haben als sonst.

Lassen Sie Ihre SchülerInnen das reading journal wie ein Scrap book kreativ gestalten mit:

  • kreativen Coverseiten
  • eigenen Zeichnungen und Skizzen
  • Auszügen aus Graphic Novel
  • Screenshots aus der TV-Serie
  • aktuellen Cartoons
© Sophie Leopolder

Mehr zum Roman The Handmaid’s Tale finden Sie hier →

Beitrag verfasst von: Verena Plomer

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