Ausgangslage: Die Option, Videokonferenzen  für den Unterricht zu nutzen, ist für viele von uns Lehrkräften herausfordernd. Natürlich kann Präsenzunterricht nicht ersetzt werden, aber welches Potential bieten Videokonferenzen?

Treffen Sie grundlegende Vereinbarungen mit Ihren Lernenden: 

  • Legen Sie feste Termine für die wöchentlichen Videokonferenzen fest. 
  • Legen Sie fest, ob die Teilnahme an den Konferenzen verpflichtend oder optional ist. Protokollieren Sie in jedem Fall die Anwesenheit oder Absenzgründe, um selbst den Überblick zu behalten. 
  • Stellen Sie Tutorial-Videos oder Leitfäden für die Benutzung des Videokonferenztools bereit. 
  • Legen Sie klare Spielregeln / eine Netiquette fest: Kamera an / aus, Mikrofon an / aus, Nutzung des Handzeichens. 
  • Geben Sie den Lernenden vor und nach der Konferenz Raum für den persönlichen Austausch. 

Aus meinen Erfahrungen aus dem Distanzunterricht möchte ich folgende Ideen mit Ihnen teilen:

  • Achten Sie darauf, die Lernenden aktiv einzubinden: Aufrufen, kleine Aktivitäten wie Abstimmungen, einfache Umfragetools, wechselnde Medien. 
  • Leiten Sie Gruppenarbeit in Videokonferenzen an. Als Lehrkraft können Sie sich teilweise oder ganz dazuschalten, um die Gruppe bei der Aufgabe zu unterstützen (Mehr zu kollaborativem Arbeiten → )
  • Durch Teilen Ihres Bildschirms können viele Elemente des regulären Unterrichts auch in der Videokonferenz umgesetzt werden.
    • Zeigen Sie ein Bild als Ausgangspunkt für die Diskussion.
    • Lassen Sie den geteilten Text laut vorlesen.
    • Stellen Sie den Lernenden eine Aufgabe, die im Heft gelöst wird.
    • Stellen Sie eine Hör- oder Hörsehverstehensaufgabe durch Teilen eines Videos.

Der geteilte Bildschirm ersetzt die Dokumentenkamera oder die Tafel. Für einfache Tafelanschriebe nutze ich zum Beispiel ein Worddokument oder das im Konferenztool integrierte Whiteboard – die Lernenden notieren ins Heft. Für das Teilen des Bildschirms empfehle ich Ihnen mit zwei Monitoren zu arbeiten: auf dem zentralen Monitor läuft ihr Videokonferenztool, auf dem zweiten Monitor schalten Sie geteilte Inhalte zu.

  • Behalten Sie Routinen aus dem Regelunterricht bei: Begrüßen und verabschieden Sie Ihre Klasse, nutzen Sie die üblichen Unterichtsmaterialien. So entsteht eine Art Klassenzimmerroutine zuhause.
  • Achten Sie noch stärker als im Unterricht auf klare Anweisungen (Open your books. / Do ex. X in your workbook.)
  • Nicht alle Kommunikation muss in der Videokonferenz verbal ablaufen. Vereinbaren Sie kleine Zeichen mit Ihren SchülerInnen. In meiner 5. Klasse haben wir zum Beispiel das Signal „Daumen hoch / Daumen runter“ vereinbart, das die SchülerInnen als non-verbale Rückmeldung auf Fragen wie „Are you ready? Have you finished?“ nutzen.

Beitrag verfasst von: Verena Plomer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.